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-- Prosa
--- The big bottle

klaasen - 05.05.2009 um 09:10 Uhr

Diese Nachricht wurde von klaasen um 09:12:42 am 05.05.2009 editiert

The big bottle
...Knallhart sagte er dem Leben Adieu

Sie schaute mich an. Ich lag mit halbgeöffneten Augen abgewrackt im Bett. Keine Zeit dafür, die Kleider auszuziehen. Keine Zeit dafür, das Telefon abzunehmen. Keine Zeit für irgendwas. Keine Zeit, um zu sterben. Keine Zeit, um meinen Feinden zu entkommen. Sie werden kommen und mir den Hals umdrehen. Sie werden mir lachend das Leben nehmen. Und dann werden sie mich einzementieren und als Accessoir unter den Zement mischen. Keine Suche nach mir wird erfolgreich sein. Ich werde als Verschollener ohne Grabstelle, ohne ein würdiges Begräbnis in der Zeit verschwinden. In der Zeit, in der sich alle Ermordeten wiedersehen und sich über ihr vergeudetes Leben zuckend ihre Augenlieder schminken, um vom Dreck abzulenken. Dem Dreck, der an ihren Augenwimpern klebt und, vom langen Schlaf vergessen, nicht abgewaschen wurde. Ich schaute zurück. Noch immer in meinem süchtigen Blick nach ihr. Sie wusste, ich werde nach ihr greifen. Sie öffnen und mit einem Schluck leeren. Sie kannte mich genau. Konnte ihr nichts vor machen. Sie war mein zweites Ich. Meine innere Stimme. Mein Abgrund!
Mein Feind! Ich raffte mich auf und nahm sie. Streichelte sie. Gab ihr einen Kuss und führte lange Gespräche mit ihr. Ich umarmte sie und tanzte mit ihr. Dann schlug ich sie. Schlug sie gegen die Wand und verfluchte sie ein für alle mal. Es klopfte an die Tür. Ich konnte mich nicht bewegen, war wie gelähmt und starrte schweissgebadet zur Tür. Sie traten sie ein, die Tür, die ich mit Stühlen und Tischen verbarrikadiert hatte. Kamen und holten mich. Brachen mir das Genick und begruben mich zusammen mit meiner Liebe, meiner Flasche, meiner big bottle.

©byklaas klaasen




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