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-- Lyrik
--- Regungslos
LeilahLilienruh - 09.09.2006 um 04:47 Uhr
Mag sein, es ist schon Stunden her
seit ein Wort uns zwei zerschnitt.
Die Zeit spielt keine Rolle mehr.
Du gingst hinaus und nahmst sie mit,
während mich mein Stolz so dumm
von dir fort zur Scheibe wandte.
Im Garten sahst du dich noch um
nach dem Blick, den ich nicht sandte.
Was ich in deinen Augen las,
ist mühsam zu ertragen.
Mein Atem lässt das Fensterglas
nebelfeucht beschlagen.
Regungslos verharre ich,
mein Leben wird zu Stein,
denn mit Stillstand wehrt es sich,
ohne dich zu sein.
Das Zimmer füllt sich bis zum Rand
mit dichter, grauer Stille,
in die ich mich wie ein Gewand
in meiner Lähmung hülle.
Durch den Garten kriecht die Nacht
in unser Haus hinein
und hat die Zeit nicht mitgebracht,
sie muss verschwunden sein.
Vielleicht hast du sie eingepackt
mit Hemden und Papieren.
Die Wanduhr tickt im kühlen Takt
und lässt mich fast erfrieren.
In meinen Ohren hallt dies Wort
und tut so schrecklich weh.
Es kam von mir und trieb dich fort.
Ich sagte einfach „geh“.
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